Aktionstipps

Die Schulweg-Sicherung liegt in der Verantwortung der Kommune und wird häufig umgesetzt durch ein gemeinsames Engagement von Behörden, Eltern, Lehrern und Erziehern. Anstöße für Verbesserungen kommen in der Regel von den Betroffenen und das sind in diesem Fall in erster Linie die Eltern. Diese sollten aber die Schule mit einbeziehen, besonders dann, wenn die zuständigen Behörden nach erster Ansprache den Ernst der Situation anders einschätzen oder mit fehlenden Haushaltsmitteln argumentieren.

Einen kompakten Leitfaden zur Verbesserung der Schulwegsicherheit und Schulwegannehmlichkeit mit Hilfe des Schulwegplan-Verfahrens finden Sie unter: www.schulwegplaene.de.

 

Zwei Gesichtspunkte haben bei der Fußschulweg-Sicherung oberste Priorität:

 

1. Die Geschwindigkeits-Differenz zwischen den gehenden Kindern und den anderen Verkehrsteilnehmern ist in der Regel im Stadtverkehr zu groß, d.h. es sind Maßnahmen erforderlich, um eine angemessene Fahrgeschwindigkeit des Kfz-Verkehrs zu erreichen (z.B. Tempo 30).

 

2. Die den Kindern für das Überqueren der Fahrbahn angebotenen Hilfen befinden sich an falschen Stellen, bieten für die Verkehrssituation nicht ausreichend Sicherheit oder sind als Querungshilfe nicht richtig angelegt worden.

 

Probleme könnten sich außerdem ergeben aus folgenden Gegebenheiten:

 

3. Die Gehwege sind lückenhaft, für das Nebeneinandergehen zu schmal oder durch die Nutzung anderer Verkehrsteilnehmer (z.B. parkende Fahrzeuge, starke Rad-Nutzung etc.) nicht sicher und auch nicht komfortabel.

 

4. Für heranwachsende Kinder ist häufig die Erreichbarkeit der Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel ein Problem.

 

Es folgen ein paar Hinweise für diese vier Punkte:

 

1. Angemessene Geschwindigkeiten

setzen nach der Straßenverkehrs-Ordnung StVO § 3 Absatz (2a) voraus: „Die Fahrzeugführer müssen sich gegenüber Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.“

 

In der Nähe von Schulen ist mit der Anwesenheit von Kindern zu rechnen und auch damit, dass diese hinter einem parkenden Fahrzeug hervorkommen. Autofahrer müssen einkalkulieren, dass nach der Querung eines Kindes plötzlich ein weiteres nachläuft. So die Rechtsprechung. Die Situation ist eindeutig: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h mit einem Anhalteweg von 35 Metern ist hier keineswegs angemessen und selbst Tempo 30 (Anhalteweg 17 m) kann immer noch deutlich zu schnell sein.

 

Deshalb sollten die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten grundsätzlich heruntergesetzt werden, um damit das gesamte Geschwindigskeitsniveau zu senken. Tempo 30 ist seit vielen Jahren eine Forderung, die leider noch immer als ,,umstritten" dargestellt wird, obwohl die positiven Wirkungen auf die Unfallhäufigkeit, die Unfallschwere und auch auf Lärm und Luftverschmutzung eindeutig feststehen.

 

Einige Städte oder Bundesländer bemühen sich darum, generell zumindest in der Schulnähe Tempo-30-Regelungen einzuführen. Andere sind relativ aufgeschlossen, wenn es um eindeutige Schulwegsicherungs-Maßnahmen geht, weil die gesetzliche Verpflichtung letztlich auch nicht umgangen werden kann. Es gibt aber immer noch Widerstände in Kommunen, die einen langen Atem erforderlich machen, um derartige Maßnahmen umzusetzen.

 

Wichtige Argumentationshilfen finden Sie in der Broschüre „TEMPO 30 - Wege zu menschenfreundlichen Städten und Dörfern", die Sie in unserem Online-Shop unter Rubrik Broschüren > Verkehrsberuhigung bestellen können.

 

Zum Thema Tempo 30 bieten wir Ihnen darüber hinaus zu sehr günstigen Preisen eine ganze Palette von ansprechenden Plakaten und lustigen Aufklebern als Aktionshilfen. Diese finden Sie in unserem Online-Shop unter Rubrik Plakate sowie unter der Rubrik Aufkleber.

 

Da Autofahrer in der Regel ihre Bremswege nicht einschätzen können, bevor es zu einem Unfall kam, bietet der VerkehrsClubDeutschland VCD eine Methode an zur Visualisierung der tatsächlichen Anhaltewege bei verschiedenen Geschwindigkeiten („Netzbahnen“).

 

2. Fahrbahn - Überquerungshilfen

für Fußgänger sind in Deutschland erst sehr spät in ihren Wirkungen untersucht worden, sodass sich bei Laien der Eindruck herausbildete, dass nur Ampeln die Verkehrssicherheit verbessern und Zebrastreifen unsicher sind. Das ist nicht der Fall.

 

Umfangreiche Städtevergleiche ergaben, dass die Anzahl der Querungshilfen in einer Stadt deutlich mehr Einfluss auf das Unfallgeschehen hat als die Art der Querungshilfe (Mittelinseln, Gehwegvorziehung, Zebrastreifen, Ampeln). Darüber hinaus ergaben diffe-renziertere Unfallanalysen erst in den letzten Jahren, dass Zebrastreifen keineswegs unsicherer sind als Ampeln.

 

Das alles macht die Entscheidung, welche Querungshilfe man denn nun für die Sicherheit der Kinder fordern sollte, nicht einfacher. Nach einer Abwägung aufgrund der örtlichen Situation kommt man aber dadurch dem gewünschten Ziel näher. Der FUSS e.V. Fach-verband Fußverkehr Deutschland bietet in Zweifelsfällen eine Beratung an, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

 

Wir bieten Ihnen aktuelle Informationen zu Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen), auch zu den Einsatzgrenzen nach den neuen Richtlinien und den Einführungserlassen in den Bundesländern. Wenn Sie die Anlage oder Verbesserung eines Zebrastreifens erreichen möchten, müssen Sie die Rahmenbedingungen kennen: Unsere Zebrastreifen-Informationen helfen Ihnen dabei, ansonsten nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

 

Lichtsignalanlagen (Ampeln) sind nur dann eine gute Querungshilfe auch für Kinder, wenn sie richtig angelegt und geschaltet werden. Wer die Anlage einer Ampel fordert, sollte deshalb unbedingt dazu ganz konkrete Angaben machen. Unsere Ampel-Informationen helfen Ihnen dabei, ansonsten nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

 

Für die Durchsetzung von Verbesserungen an vorhandenen Ampeln gibt es neben den Informationen auch Aufkleber als Aktionshilfen, die Sie in unserem Online-Shop unter Rubrik Aufkleber bestellen können.

 

3. Gehwege

sind leider häufig zum Gehen nicht geeignet oder hören irgendwann, irgendwie plötzlich auf. Auch das muss keineswegs so hingenommen werden. Es gibt dafür, allerdings erst seit 2002, bundesweit geltende Regelungen (EFA).

 

Wir bieten Ihnen Gehweg-Informationen und als Service in Problemfällen eine Beratung, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

 

4. Erreichbarkeit von Haltestellen

Sie ist leider gar nicht so selbstverständlich, wie sie für die Kundengruppe „Schüler“ sein müsste. lm Kompetenzgerangel zwischen den Verkehrsunternehmen und der Kommune bleiben die Belange der ÖV-Nutzergruppen oft vernachlässigt und hier sind kleine Unzu-länglichkeiten häufig gerade für Kinder ein großes Problem.

 

Wir bieten Ihnen Haltestellen-lnformationen (pdf-Datei) und als Service in Problemfällen eine Beratung, wenn Sie mit uns in Kontakt treten.

 

Hinweise auf weitere Aktivitäten finden Sie in der Aktionsbörse.

 

„Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ ist eine Gemeinschaftsaktion des Bundesmi-nisteriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU; Umweltbundesamtes UBA, Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen BMVBW; Bundesmi-nisteriums für Gesundheit und Soziales BMGS; Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFSFJ und des FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland.

 

Januar 2004


Kinderzeichnungen von ihrem Schulweg

"Zu Fuß zur Schule gehen" ist kein Schulfach. Es kann aber in verschiedenen Schulfächern behandelt werden und ist durch den Beschluss der Kultusministerkonferenz als ein fachübergreifendes Thema definiert worden, z.B. als Beitrag zur Sicherheits-, Sozial-, Umwelt- und Gesundheitserziehung. Danach kann allein schon ein Ausflug zu Fuß zu ei-ner "kritische(n) Auseinandersetzung mit Erscheinungen, Bedingungen und Folgen des gegenwärtigen Verkehrs und seiner zukünftigen Gestaltung" werden.

 

Wir haben für Sie in folgenden Rubriken ein paar Ideen zusammengestellt:

 

1.Gehend unterrichten,

2. Gehen als Unterrichtsthema und

3. Projekt- oder Aktionstag "Zu Fuß zur Schule"

 

und würden uns freuen, wenn Sie helfen, diese Anregungen für Ihre Kolleginnen und Kollegen zu erweitern. Nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

 

©FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland

Exerzierstraße 20 - 13 357 Berlin

Tel. 030 / 492 74 73, Fax 030 / 492 79 72

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

"Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" ist eine Gemeinschaftsaktion des Bundesmi-nisteriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU; Umweltbundesamtes UBA, Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen BMVBW; Bundesmi-nisteriums für Gesundheit und Soziales BMGS; Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFSFJ und des FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland.

Mai 2004


Spielende Kinder auf dem Schulhof

Wichtig ist, wie bei allen Verhaltensfragen, die mit dem Tagesablauf und der Alltagsmobilität zusammenhängen, eine auf das Zuhören ausgerichtete Gesprächsführung. Es gibt für manche Eltern sehr wohl begründete Argumente für den Kinder-Transport zum Kindergarten oder zur Schule.

 

Deshalb sollten Elternvertreterinnen und -vertreter, Lehrerinnen, Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher darauf bedacht sein, keine möglicherweise ohnehin schon benachteiligten Eltern zu sehr in eine Verteidigungsrolle zu drängen.

 

Die Sachlage ist allein schon aus der Sicht der Kindergesundheit so eindeutig, dass keine thematisch korrekte Argumentation gegen das zu Fuß Gehen geführt werden kann. Deshalb werden Sachzwänge oder gar Scheinargumente die entscheidende Rolle spielen. Hierzu gibt es nur zwei Auswege, entweder die Akzeptanz oder aber die gemeinsame Suche nach Möglichkeiten, die evtl.sogar gemeinschaftliche Hilfsangebote einschließen können (siehe Möglichkeiten der Kinder-Begleitung).

 

Die einfachste Form der Aktivitäten ist die Verteilung der Lese- und Vorlese-Faltblätter

 

  • an andere Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren,
  • an Eltern, deren Kindern auffällige Bewegungs- oder Konzentrationsmängel im Unter-richt aufweisen und die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren,
  • an alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht zum Weitergeben auch an die Eltern,
  • an alle Eltern beim Elternabend oder sonstigen Zusammenkünften oder
  • zusammen mit anderen Materialien als „Begrüßung“ zur Einschulung.

 

Gut geführte Einzelgespräche sind mindestens ebenso wertvoll wie ein Gruppengespräch. Die Verteilung an alle Kinder oder Eltern ist anonymer und kann erst einmal der bessere Weg sein, damit sich niemand bedrängt fühlt.

 

Der Appell an die Eltern, ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu bringen, kann im Rahmen des ersten Elternabends erfolgen, wenn der Schulweg ohnehin auf der Tag-esordnung steht. Erfahrungsgemäß sind die Elternabende direkt nach der Einschulung vergleichsweise auch gut besucht. Damit der Appell Wirkung zeigt, sollten die Eltern über die Hintergründe des Anliegens informiert werden. Das FUSS e.V. Anschreiben für eine Einladung zum Elternabend enthält die wesentlichen Aussagen aus der Sicht der Eltern und kann als Kopiervorlage verwendet, ergänzt oder abgeändert werden.

 

Ein guter Einstieg in eine Schul-Diskussion kann auch das Einbringen des Themas in Schulgremien darstellen (Elternbeiräte, Gesamtelternvertretungen, Pflegschaften, etc.). Für ein Kurzreferat eignen sich als verkürz- und veränderbare Vorlage die "10 Fragen und 10 Antworten“.

 

Möchten Sie als Schulleiterin/Schulleiter oder auch z.B. Elternvertreterin/Elternvertreter die Diskussion über eine Information der Lehrerinnen und Lehrer anregen, können Sie das Lehreranschreiben als Kopiervorlage verwenden.

 

Den Gesamtüberblick über die Diskussions-Hilfen finden Sie unter dem Button "Veröffentlichungen".

 

Da gute Vorsätze auch mal wieder vergessen werden und schlechte Angewohnheiten sich schnell wieder einschleifen, ist ein regelmäßiges Erinnern und Wiederholen unbedingt sinnvoll.

 

©FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland

Exerzierstraße 20 - 13 357 Berlin

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„Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ ist eine Gemeinschaftsaktion des Bundesmi-nisteriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU; Umweltbundesamtes UBA, Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen BMVBW; Bundesmi-nisteriums für Gesundheit und Soziales BMGS; Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFSFJ und des FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland.

 

Mai 2004

 

Anlässe für die Behandlung des Themas im Kindergarten, im Schul-Unterricht, als Projekt oder im Rahmen eines Elternabends könnten sein:

  • neue Kinder im Kindergarten;
  • die Zeit vor dem Übergang von der Kita zur Vorschule bzw. Schule;
  • direkt nach der Einschulung, also nach den Sommerferien;
  • am oder in der Nähe des Aktionstages "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten (I walk to school - Day)", in Deutschland ist der Starttag jeweils am 22. September des Jahres (2007: Freitag, der 21.9.);
  • eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten der Kinder durch z.B. Schlechtwetterperioden oder im Winter und nicht zuletzt aktuelle Gründe, wie z.B.
  • die Autobringedienste nehmen in der Schule zu;
  • es gibt Ärger über morgendlichen Autoverkehr vor dem Schuleingang;
  • es gab Verkehrskonflikte oder gar einen Unfall;
  • eine Meldung in den Medien, mit der sich eines der Argumente für mehr Bewegung aktuell aufgreifen lässt (z.B. Bewegungsmangel der Kinder...);
  • im Sportunterricht ist eine zunehmende Unbeweglichkeit zu beklagen;
  • die morgendliche Unkonzentriertheit durch Überaktivitäten oder Schläfrigkeit der Schü-ler ist auffallend, usw.

Zu-Fuß-zur-Schule ist also ein Alltagsthema.

 

©FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland

Exerzierstraße 20 - 13 357 Berlin

Tel. 030 / 492 74 73, Fax 030 / 492 79 72

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"Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" ist eine Gemeinschaftsaktion des Bundesmi-nisteriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU; Umweltbundesamtes UBA, Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen BMVBW; Bundesmi-nisteriums für Gesundheit und Soziales BMGS; Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFSFJ und des FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland.

 

Mai 2004